Pestalozzi-Schule

Kommunikationsförderung

Schülergruppe


Ein Teil der Schülerinnen und Schüler unserer Schule kann sich nicht oder kaum über Lautsprache verständlich machen. Dennoch haben sie das Bedürfnis, mit anderen zu kommunizieren, sich im Dialog als eigenständige Persönlichkeit zu erleben und ihre Umwelt zu erfahren und mitzugestalten.

Ziel


Wir nehmen dieses Grundbedürfnis ernst und erarbeiten mit diesen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein alternatives Kommunikationssystem, das ihnen einen aktiveren Zugang zu ihrer Umgebung ermöglicht.
 

Form
Das geschieht sowohl im Klassenverband als auch in einer besonderen Einzel- oder Kleingruppenförderung.
Struktur
Aufbauend auf den bereits vorhandenen Verständigungssystemen des jeweiligen Schülers/der jeweiligen Schülerin werden individuelle Kommunikationsformen entwickelt und eingeübt (Unterstützte Kommunikation). In enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Bezugspersonen wird die Wirksamkeit des Systems/der Systeme in der Praxis laufend überprüft. Form und Inhalt werden regelmäßig den Kompetenzen und Bedürfnissen der SchülerInnen angepasst.
 
Inhalt allgemein
Unterstützte Kommunikation geschieht durch den Einsatz von Foto-, Bild-, Symbolkarten und -tafeln, Gebärden, elektronischen Hilfsmitteln mit und ohne Sprachausgabe, oder durch eine Kombination aus mehreren dieser Systeme. Die Auswahl des Vokabulars sowie die Komplexität eines zu verwendenden Systems richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen (Möglichkeiten, Interessen, Motivation, ...) der Schülerinnen und Schüler. 
 

Inhalte speziell:

• "Taster-Raum"


Für SchülerInnen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sind, ist die Einrichtung eines "Taster-Raums" in Vorbereitung. Hier sollen diese Schülerinnen und Schüler durch verschiedene einfach zu handhabende elektronische Hilfsmittel in die Lage versetzt werden, elektrische Geräte (z. B. Spielzeug, Ventilator, Popcornmaschine, Lampen, Blinklichter, ...) in Gang zu setzen. Somit können Effekte erzeugt werden, mit denen sie ihre direkte Umwelt selbst beeinflussen. Die hierfür eingesetzten Medien können zeitweilig auch an einzelne Klassen ausgeliehen werden, um schwerstbehinderten SchülerInnen z. B. eine aktive Mitwirkung an Projekten der Klasse zu ermöglichen, alltägliche Aufgaben zu übernehmen, oder durch Ausprobieren verschiedener Hilfsmittel zur Entscheidung über eine private Anschaffung zu kommen. 
 

•  Gebärden
Für viele nichtsprechende Schülerinnen und Schüler bietet sich als Kommunikationssystem der Einsatz von Gebärden an. Diese werden immer sprachbegleitend verwendet und können so nicht nur Lautsprache ersetzen, sondern auch deren Entwicklung fördern und Bedeutungsklarheit schaffen (besonders für SchülerInnen, die zweisprachig aufwachsen). Wir benutzen die Gebärden der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Um einen gemeinsamen Wortschatz aufzubauen, nehmen alle Klassen an regelmäßigen Einführungen und Übungseinheiten teil. Um den nichtsprechenden Schülerinnen und Schülern eine direkte Anwendung der erlernten Gebärden zu ermöglichen,werden auch andere Mitglieder der Schulgemeinde, z. B Sekretärin, Hausmeister und Küchenfrauen in die Übungseinheiten einbezogen. Eine laufend aktualisierte Bilderwand dokumentiert die bereits eingeführten Zeichen und die Gebärden des Monats. Darüber hinaus verfügt jede Klasse über einen Ordner, in dem die erlernten Gebärden gesammelt werden und so Schülern und Lehrern zur weiteren Vertiefung zur Verfügung stehen.
 
•  Laut-Gebärden 
Besondere Gebärden werden darüber hinaus im Zusammenhang mit dem Lesen-Lernen verwendet, um einzelne Buchstaben darzustellen und deren Verbindung zum Laut zu vereinfachen. 
 
•  Foto-, Bild-, Symbolkarten
Je nach Entwicklungsstand wird mit nichtsprechenden SchülerInnen der Einsatz von Foto-, Bild-, oder Symbolkarten eingeübt. Durch Zeigen auf einer Kommunikationstafel oder Übergeben einer Karte können sie so grundlegende Bedürfnisse äußern, sich zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, oder Ja/Nein-Fragen beantworten. 
 
 •  Elektronische Hilfsmittel 
Einige Schülerinnen und Schüler benutzen einfache elektronische Hilfsmittel mit begrenzter Sprachausgabe oder elektronische Hilfsmittel mit komplexer Sprachausgabe. Mit diesen Geräten lernen sie, in unterschiedlichen Sprachsituationen ihre "Stimme" abzugeben, d. h. grundlegende Bedürfnisse zu äußern, Aufträge zu erteilen, Handlungen (etwa im Bilderbuch oder im Spiel) sprachlich zu begleiten, Dinge einzufordern, Kommentare zu äußern, Fragen zu stellen, usw. 

 

Support:
Alfried Krupp-Schulmedienzentrum