Pestalozzi-Schule

Kulturtechniken

Ausgehend von einem "erweiterten Lesebegriff" unterscheiden wir verschiedene, aufeinander aufbauende Stufen des Lesens, beginnend mit der Stufe des "Situationslesens". In dieser orientiert sich der Schüler durch die Wahrnehmung seiner Umwelt und durch die Verarbeitung und Integration seiner Sinneseindrücke in der jeweiligen Situation, d. h. er deutet (im Sinne von "erlesen") die darin vorhandenen Objekte, agierenden Personen usw. Die höchste Stufe des Lesens ist die des sinnentnehmenden Lesens.

Ähnliches gilt für den Bereich des Umgangs mit Mengen, Zahlen und Größen; auch hier gehen wir von einem sehr weiten Begriff aus. Bereits die Entwicklung der Objektpermanenz, d. h. die Entwicklung des Bewusstseins für das Vorhandensein eines Gegenstandes im Raum, unabhängig von seiner veränderten Lage und der Wahrnehmung des Schülers, ist diesem Bereich zuzuordnen und kann Ziel eines langen Lernprozesses sein.

Des Weiteren gehören dazu die Entwicklung von Raumordnungsbegriffen, die zeitliche Orientierung, der Umgang mit Formen und Farben sowie mit Mengen, Zahlen und Ziffern bis hin zur Durchführung von Rechenoperationen. Eine Zielrichtung in diesem Bereich ist, die Schüler zu befähigen, mit Größen wie Geld, Hohlmaßen und. Längenmaßen umzugehen.

Das wesentliche Kriterium für die Auswahl der individueIIen Inhalte und Ziele sind stets die persönliche Bedürfnislage und die Lebenswirklichkeit des Schülers.

Die Kulturtechniken werden bereits ab der Vorstufe zusätzlich zu den Vorhaben, in denen ebenfalls Aspekte aus den Bereichen Sprache/Lesen/Schreiben und Menge/Zahl erarbeitet werden, lehrgangsmäßig unterrichtet, da diese das lernzielorientierte und strukturierte Vorgehen erleichtern. Der diesbezügliche Stundenanteil am Gesamtunterricht nimmt mit höheren Stufen zu, während er im Berufspraxisbereich zugunsten eines überwiegenden projektorientierten Vorhabensunterrichts wieder geringer wird. Ebenso lassen sich vielfältige Situationen im alltäglichen Ablauf des Schultages für die Vermittlung entsprechender Lernziele aufgreifen und nutzen.

Im Unterricht werden verschiedene Lehrgänge verwendet, die altersgemäß sind und auf den individuellen Lernausgangslagen der Schüler basieren. Begleitend und ergänzend werden Realmedien und vielfältige Unterrichtsmaterialien, z. B. Freiarbeitsmaterialien eingesetzt. Die Klassen der Pestalozzi-Schule verwenden in der Regel die Schriftform "Gemischt-Antiqua" (Groß- und Kleinbuchstaben).

Zur besseren Unterscheidung des kleinen „a“ und kleinen „l“ sollte zu Beginn des Leselernprozesses das runde „a“ und das „l“ mit Bogen verwendet werden. Später sollen die Schüler lernen, die unterschiedlichen, im allgemeinen Schriftgebrauch üblichen Schreibweisen der einzelnen Buchstaben zu lesen.

Zur Unterstützung des Schriftspracherwerbs werden in allen Stufen die Lautgebärden aus dem Begleitband „Mitmach-Texte“ zum Lehrgang „Lesen lernen mit Hand und Fuß“ verwendet.

Klassenintern wird nach Entwicklungs- und Leistungsstand der Schüler differenziert. Eine klassenübergreifende Kooperation (z. B. um leistungshomogene Kleingruppen bilden zu können) wird in den einzelnen Schulstufen durchgeführt. Eine konkrete Planung erfolgt in den Stufenkonferenzen.

Wir halten es für sehr wichtig, die Schüler in den kulturtechnischen Bereichen im Rahmen ihrer Möglichkeiten intensiv zu fördern, da diesbezügliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten den Schülern ein größeres Maß an selbstständigem und selbstbestimmtem Handeln ermöglichen.

Support:
Alfried Krupp-Schulmedienzentrum